Kräfteverfall, altersbedingt (BU-Versicherung)

Nach § 172 VVG liegt Berufsunfähigkeit vor, "wenn der zuletzt ausgeübte Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausgeübt werden kann".

Die Formulierung „mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall" ist im Vergleich zur bisher in den Versicherungsbedingungen üblicherweise verwendeten Formulierung strenger gefasst. Einige Versicherer verzichten auf den Zusatz „mehr als altersentsprechend" (LINK Vertragsbedingungen BU). Vorteil: Der Kunde muss im Rahmen der Leistungsprüfung nicht beweisen, dass der Kräfteverfall „mehr als altersentsprechend" ist. Wenn ein Arzt eine bedingungsgemäße Berufsunfähigkeit aufgrund eines Kräfteverfalls bestätigt, dann ist es unerheblich, ob dieser Verfall altersentsprechend (also normal) oder mehr als altersentsprechend (Beweislast liegt beim Kunden) ist.

Leistungsfälle, die ausschließlich wegen eines Kräfteverfalls eintreten, sind selten, aber denkbar: Beispielsweise ein Maurer, der möglicherweise mit 50 kräftemäßig seinem Beruf nicht mehr gewachsen ist. Wenn hier ein ärztlicher Nachweis einer bedingungsgemäßen Berufsunfähigkeit geführt wird, wird auch geleistet, wenn es "normal" ist, dass dieser Kräfteverfall entsteht. Oder ein Uhrmacher, der aufgrund seiner im Alter nachlassenden Sehkraft, was brillentechnisch nicht mehr ausgeglichen werden kann, nicht mehr so filigran arbeiten kann, was aber "in dem Alter" normal ist.