Häufige Fragen zur Berufsunfähigkeits-Versicherung

Sollten Sie weitere Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne telefonisch oder über unser Kontaktformular zur Verfügung.

Ist die Wahrscheinlichkeit berufsunfähig zu werden wirklich so hoch?

Das Risiko, berufsunfähig zu werden, ist je nach Tätigkeit unterschiedlich hoch. Im Durchschnitt beantragt jeder sechste Angestellte und jeder dritte Arbeiter vor Beginn der Altersrente eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit. Das sind jedes Jahr über 350.000 Personen, die ihren Unterhalt nicht mehr selbst erwirtschaften können.
Dies entspricht der Einwohnerzahl einer mittleren Großstadt. Entsprechend groß ist die Wahrscheinlichkeit, selbst einmal zu den Betroffenen zu gehören.

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Was sind die häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit?

Unfälle spielen nur eine untergeordnete Rolle: Neun von zehn Renten werden wegen Krankheit beantragt. Herz- und Kreislauferkrankungen sowie Rheuma, Wirbelsäulen- und Knochenerkrankungen stehen auf der Liste ganz oben. Auch Gemüts- und Nervenerkrankungen - wie zum Beispiel Burnout - spielen eine immer größere Rolle.

Eine Unfallversicherung ist deshalb keine Alternative zu einer Berufsunfähigkeits-Versicherung. Hier wird eine Leistung nur gezahlt, wenn ein Unfall die Ursache der Beeinträchtigung war.

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Was ist der Unterschied zwischen voller und halber Erwerbsminderungsrente?

Die volle Erwerbsminderungsrente gibt es für Personen, die nach 1961 geboren sind nur dann, wenn man weniger als 3 Stunden am Tag arbeiten kann. Jedoch beträgt auch die "volle" Rente im Durchschnitt nicht mehr als rund 34 % des Bruttoeinkommens.
Wer noch zwischen 3 und 6 Stunden arbeiten kann, erhält nur die halbe Erwerbsminderungsrente (15 - 17 % des letzten Bruttos). Alle, die fit genug sind, täglich sechs Stunden und mehr zu arbeiten, erhalten in Zukunft keine Rente mehr.

Entscheidend ist auch, dass Personen, die nach 1961 geboren sind keine Absicherung ihres erlernten Berufes mehr haben. Sie sind auf jede andere Tätigkeit verweisbar.

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Ist die private Berufsunfähigkeits-Versicherung besser als die vom Staat?

Ja, denn im Leistungsfall verweist ein Versicherer mit guten Bedingungen Sie nicht auf eine andere Tätigkeit - auch dann nicht, wenn eine Beschäftigung in einem anderen Beruf möglich wäre. Zudem können Sie die Vertragsbedingungen, die Höhe Ihrer Absicherung und die Dauer der Rentenzahlung angepasst auf Ihre individuellen Verhältnisse wählen.

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Welche Formen der Berufsunfähigkeits-Versicherung gibt es?

1. Selbständige Berufsunfähigkeits-Versicherung (Schicht 3). Hier erhalten Sie eine reine Risikoabsicherung, es werden keine Kapital- oder Rentenleistungen gezahlt, wenn Sie nicht berufsunfähig werden.

2. Kombination mit einer Risiko-Lebensversicherung (Schicht 3). Manche Anbieter bieten kein Angebot für eine selbständige BU. Hier besteht neben der BU-Rente Anspruch auf Leistung im Todesfall.

3. Kombination mit einer Renten- oder Kapital-Lebensversicherung mit einer Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung (Schicht 3). Hier wird zusätzlich zur BU-Absicherung eine Kapital- oder Altersrentenleistung fällig.

4. Absicherung im Rahmen einer betrieblichen Altersvorsorge - zum Beispiel als Direktversicherung oder Pensionskasse (Schicht 2). Wie üblich zahlen Sie bei dieser betrieblichen Versorgung über Ihren Arbeitgeber die Beiträge aus Ihrem Bruttoeinkommen. Steuern und Sozialabgaben fallen dafür – innerhalb bestimmter Grenzen – also nicht an. (siehe unten "Steuerliche Behandlung")

5. Kombination mit einer Basisrente (Rürup-Rente / Schicht 1)). Auch hier kann eine Basis-Renten-Versicherung mit dem BU-Schutz kombiniert werden. Diese Form kann aus steuerlichen Gründen sinnvoll sein. (siehe unten "Steuerliche Behandlung")

6. Kombination mit einer "Riester-Rente" (Schicht 2). Diese Form ist in der Praxis weniger relevant, da die Höhe der möglichen BU-Renten stark eingeschränkt ist.

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Wie muss eine Berufsunfähigkeits-Rente versteuert werden?

Wenn Sie sich für eine selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung entschieden haben, müssen Sie diese Renten im Fall der Fälle mit dem Ertragsanteil versteuern. Gleiches gilt für eine Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung zu Risiko-Lebensversicherung. Der Ertragsanteil bemisst sich danach, wie lange die BU-Rente noch laufen wird. (§ 55 ESt.DV).
Bekommen Sie zusätzlich zu Ihrer Rente eine einmalige Leistung bei erstmaligem Eintritt der Berufsunfähigkeit, so ist diese komplett steuerfrei.

Wenn Sie im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung für den Berufsunfähigkeitsfall vorsorgen, gilt: Da die Beiträge steuerfrei eingezahlt werden, sind die Leistungen voll zu versteuern. Wenn keine nennenswerten zusätzlichen Einkünfte zu erwarten sind, wird keine oder nur eine sehr geringe Steuer fällig.

Haben Sie für den Berufsunfähigkeitsfall eine Zusatzversorgung zu Ihrer Basisrente abgeschlossen, werden die Leistungen genau wie die Rente aus der Basisrente versteuert: In 2016 müssen zum Beispiel 72 % der Rente versteuert werden. Der andere Teil bleibt für die gesamte Rentenbezugszeit steuerfrei. Der steuerpflichtige Anteil wird für jedes spätere Jahr des Rentenbeginns bis zum Jahr 2020 um zwei Prozentpunkte und in den folgenden Jahren um einen Prozentpunkt erhöht.

Wenn keine nennenswerten zusätzlichen Einkünfte zu erwarten sind, wird in der Regel keine oder nur eine sehr geringe Steuer fällig.

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