Absicherung bei Berufsunfähigkeit: die Private Berufsunfähigkeitsversicherung

Berufsunfähigkeit
Berufsunfähigkeit

Der Berufsunfähigkeitsschutz ist - neben Kranken-versicherung und privater Haftpflichtversicherung - eine der wichtigsten Absicherungen. Dabei schätzen gerade viele „Kopfarbeiter" ihr persönliches Risiko falsch ein. Die Ursache für Berufsunfähigkeit ist in den seltensten Fällen ein Unfall oder ein anderes äußeres Ereignis.

In fast 95% der Fälle ist (schwere) Krankheit die Ursache, wenn der gutbezahlte Job aufgegeben werden muss. Die häufigsten Ursachen sind dabei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Wirbelsäulenleiden und - mit steigender Tendenz - psychische Erkrankungen wie zum Beispiel „Burnout-Syndrom".

Auch die Wahrscheinlichkeit, berufsunfähig zu werden wird fast immer unterschätzt. Etwa 350.000 Personen pro Jahr müssen eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit beantragen. 10% davon - also ca. 35.000 - sind jünger als 40 Jahre. Je nach Tätigkeit liegt das Risiko, vor Beginn des Ruhestandes berufsunfähig zu werden bei etwa 10% bis 25% - für „Kopfarbeiter" in der Regel niedriger als zum Beispiel für schwer körperlich Arbeitende.

Im Ernstfall: Kaum Schutz vom Staat

Seit dem Jahr 2001 gibt es für alle, die nach 1960 geboren sind, keine gesetzliche Berufsunfähigkeits-Rente mehr, sondern lediglich eine Erwerbsminderungs-Rente.

Diese gesetzliche Erwerbsminderungs-Rente erhalten Sie nicht, wenn Sie noch irgendeine andere Erwerbstätigkeit in bestimmtem Umfang ausüben können. Die Folge ist, dass Sie bei Erwerbsminderung jede Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarktes annehmen müssen (sogenannte „Abstrakte Verweisung"). Ihre Ausbildung und Qualifikation werden nicht berücksichtigt. Es spielt auch keine Rolle, ob es Ihnen „zugemutet" werden kann, wenn die Tätigkeit, auf die Sie verwiesen werden, geringer qualifiziert oder schlechter bezahlt ist.

Im Gegensatz dazu verzichten gute Private Berufsunfähigkeits-Versicherungen eindeutig auf die abstrakte Verweisung. Lesen Sie in den Beispielen zu Vertragsbedingungen, auf welche Klauseln Sie noch achten sollten.

Die volle gesetzliche Erwerbsminderungs-Rente bekommt nur, wer weniger als drei Stunden täglich irgendeine Tätigkeit ausüben kann.
Die halbe Erwerbsminderungs-Rente erhält, wer pro Tag weniger als sechs Stunden arbeiten kann.

Auch wenn man in der gesetzlichen Rentenversicherung nicht verwiesen wird, gibt es wenig Unterstützung. Wer Höchstbeiträge in die Sozialversicherung zahlt (2013 / 2014 Bruttoeinkommen ab 5.800.- € monatlich), kann bei voller Erwerbsminderung mit einer gesetzlichen Rente von ca. 1.370.- € rechnen (laut Berechnungsschema des BMF für einen 40jährigen Mann). Liegt das Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze zur Rentenversicherung (2013 / 2014: 69.600.- €), gibt es keine entsprechend höhere Rente. Deshalb ist die Versorgungslücke bei höherem Einkommen noch gravierender. Wenn keine anderen Einkünfte vorhanden sind, bedeutet das meist den sozialen Abstieg.

Private Berufsunfähigkeits-Versicherung - ist das bezahlbar?

Wir glauben, dass dies die falsche Frage ist. Grundsätzlich gilt für jede Versicherung, dass in erster Linie Existenz bedrohende Risiken abgesichert werden sollten. Der mögliche Schaden durch Einkommensverlust beträgt zum Beispiel für einen 35jährigen mit einem Bruttoeinkommen von 4.000.- € monatlich (mit Steuerklasse 3 = netto ca. 2.640.- €) bei einer Einkommenssteigerung von 2% pro Jahr über 1,46 Millionen €. Auch ohne Einkommenssteigerung beträgt der Schaden noch über eine Million €. Oft ist der neue PKW im Wert von 30.000-. € besser versichert als die eigene Arbeitskraft, obwohl diese womöglich die einzige Basis für die wirtschaftliche Existenz ist!

Der Preis für BU-Schutz ist von mehreren Faktoren abhängig. Zunächst sind die Höhe der gewünschten Rente und die gewünschte Dauer der Absicherung entscheidend. Außerdem spielen Alter, Geschlecht und Beruf eine Rolle: Ein Steuerberater zahlt weniger als ein Dachdecker. Falls Vorerkrankungen bestehen, können diese den Beitrag beeinflussen (Risikozuschlag).

Grundsätzlich sollten Sie sich überlegen, welches Einkommen Sie über welchen Zeitraum benötigen würden, wenn Sie dauerhaft nicht arbeiten könnten.

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