24.
Sep '09

Hilfsmittel-„Garantie“ der Gothaer Krankenversicherung

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Liebe Leser,

unter der Überschrift: „Optimieren Sie Ihre Beratungshaftung“ wirbt die Gothaer bei Vermittlern mit einer angeblichen „Hilfsmittelgarantie“. HIER finden Sie das Schriftstück.

Ein fachlich geschätzter Kollege (Sven Hennig, S.H.C. GmbH) wollte es genau wissen und hat die Gothaer schriftlich darum gebeten, dass die dortigen Aussagen in der Police einer Kundin aufgenommen werden, damit diese einen Rechtsanspruch darauf hat. 

Dazu ist die Gothaer jedoch nicht bereit! Auf die schriftliche Anfrage kam aus der Fachabteilung die Antwort, dass

(ZITAT Gothaer) : „… die … übermittelten Informationen über zusätzliche Hilfsmittel, die unter bestimmten Voraussetzungen erstattet werden können, nicht in einer Police dokumentiert werden können. Die vertraglich versicherten Hilfsmittel sind in … Teil II, Tarifbedingungen … abschließend aufgezählt. Für darüber hinausgehende weitere Hilfsmittel besteht grundsätzlich kein Anspruch aus dem Vertrag.“ (ZITAT ENDE). Das vollständige Schreiben finden Sie HIER.

Diese Antwort empfinde ich als sehr erstaunlich und zwar sowohl in Bezug auf die Maklerhaftung als auch in Bezug auf Leistungsversprechen den Kunden gegenüber.

Da schreibt ein Versicherer Vermittlern, es gäbe zur „Optimierung seiner Haftung“ eine Hilfsmittel-Garantie und nimmt diese dann auf konkretes Nachfragen sofort wieder zurück. Was soll man da als Vermittler und besonders auch als Interessent oder Kunde noch glauben?

Möglicherweise könnte ein Kunde im Falle eines Streites mit der Gothaer versuchen, über das Argument „Prospekt-Haftung“ an seine angeblich „garantierten“ Leistungen zu kommen. Allerdings benötigt man (teure) Hilfsmittel zum Beispiel nach einem schweren Unfall oder bei einer schweren Erkrankung. Wer hat dann den Nerv für einen vielleicht langwierigen Rechtsstreit?

Solche Aussagen bestärken mich darin, die Empfehlung für oder gegen eine Krankenversicherung nur auf die in den Vertragsbedingungen rechtverbindlich festgelegten Leistungen zu stützen.

Denn der BGH hat zum Thema „Hilfsmittel“ eindeutig festgelegt, dass eine „abschließende Aufzählung“ gültig ist und ein Kunde darüber hinaus keinen Anspruch auf Erstattung hat. Dies gilt auch, wenn das benötigte Hilfsmittel „medizinisch notwendig“ ist. Hier finden Sie den LINK zum Urteil.

Man kann es nicht oft genug wiederholen: Verlassen Sie sich nur auf die rechtssicheren Aussagen Ihrer Tarifbedingungen. Sie haben keinen Anspruch auf  Leistungen, die dort nicht aufgeführt sind!

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