Mit ‘Bundesrat’ getaggte Artikel

27.
Okt '10

Gesetzesänderung zum 3-Jahres-Moratorium

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 Liebe Leser,

nachdem der Wechsel von der GKV in die PKV durch die 3jährige Wechselfrist erschwert worden war, ist ab dem 01.01.2011 die Rückkehr zur „alten Regelung“ so gut wie sicher

 

Über die Abschaffung der Dreijahresregelung wird am 12. November entschieden – so informiert das Bundesministerium für Gesundheit. Nach der 2. und 3. Lesung wird an diesem Tag die Abstimmung im Bundestag erfolgen.

 

Im entsprechenden Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Änderung des SGB 5 (Drucksache 581/10) findet sich folgende Formulierung:

 

2. § 6 wird wie folgt geändert: 

a) In Absatz 1 Nummer 1 werden die Wörter „und in drei aufeinander folgenden Kalenderjahren überstiegen hat“ gestrichen.

b) Absatz 4 wird wie folgt geändert:

aa) Satz 1 wird wie folgt gefasst: „Wird die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschritten, endet die Versicherungspflicht mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem sie überschritten wird.“

bb) Die Sätze 4 bis 6 werden aufgehoben.

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) beträgt für 2010: 49.950.- €, sie sinkt für das Jahr 2011 auf 49.500.- €. Gleichzeitig steigt der Beitragssatz der GKV auf 15,5%.

 

Wenn Sie vor der Entscheidung stehen, in die PKV zu wechseln, sollten Sie dies auf keinen Fall überstürzt tun. Die Leistungsunterschiede der Anbieter sind enorm. Lassen Sie sich nicht von bunten Werbeprospekten oder den jetzt überall auftauchenden Pop-Ups „ködern“, die Ihnen eine „PKV für 59.- €“ versprechen. Bedenken Sie, dass Ihre Krankenversicherung Sie möglicher Weise lebenslang begleiten wird und eine falsche Entscheidung oft gar nicht oder nur mit Nachteilen verändert werden kann.

 

Wenn Sie nach der neuen Regelung wechseln können, ist dies auch im laufenden Jahr 2011 möglich. Sie müssen dann lediglich die normalen Kündigungsfristen für freiwillige Mitglieder einhalten. Diese betragen 3 Monate (laufender Monat plus 2 Monate) zum Monatsende. Lassen Sie sich also nicht unter Druck zu einer unüberlegten Entscheidung hinreißen.

 

Generell kann man sagen:

– Billig-PKV ist immer lückenhaft. Sie verschlechtern sich meist gegenüber der GKV in vielen Bereichen.

– Preis ist kein Kriterium für den passenden Schutz

 

In vielen Tarifen bestehen bei wichtigen Details Lücken und Begrenzungen der Leistungen. Wenn man weiß, wo diese Schwachpunkte liegen und sie bewusst und sehenden Auges wählt, kann das O.K. sein.

 

Die meisten Interessenten kennen die Details aber gar nicht und kaufen so „die Katze im Sack“.

 

Welche Kriterien Sie bei der Auswahl Ihrer PKV berücksichtigen sollten lesen Sie im Bereich „Links und Downloads“

.

 

17.
Jul '09

Krankenversicherungsbeitrags Anteil-Ermittlungsverordnung

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Dieses dem bürokratischen Aufwand angessene Wortungetüm bringt sowohl gesetzlich- als auch Privatversicherten Steuervorteile.

Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sind ab 01.01.2010 als Sonderausgaben geltend zu machen. Es gibt keine Höchstgrenzen, jedoch werden Anteile, die keiner „Basis-Versorgung“ im Sinne der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen, beim Sonderausgabenabzug nicht berücksichtigt. Hierfür werden Basis-Versorgung und Wahlleitungen nach einem Puktsystem bewertet und je nach Tarif ein Abzug berechnet.

Hier ein Beispiel

Der Steuerpflichtige zahlt für den versicherten Tarif einen Beitrag in Höhe von 900 €. Der Tarif umfasst folgende Leistungen:

 

         zahnärztliche Basisleistung (9,88 Punkte)

         ambulante Basisleistungen (54,60 Punkte)

         stationäre Basisleistungen (15,11 Punkte)

         Einbettzimmer (3,64 Punkte)

 

Zur Ermittlung des nicht abziehbaren Beitragsanteils sind die folgenden Rechenschritte durchzuführen:

 

1. Punktsumme nicht abziehbarer Leistungen 3,64 Punkte

2. Punktsumme sämtlicher im Tarif abgesicherter Leistungen 83,23 Punkte

3. Verhältnisses/Rundung auf die vierte Nachkommastelle 3,64 / 83,23 = 0,0437

4. Anwendung des Faktors auf den geleisteten Beitrag 0,0437 x 900 € = 39,33 €

 

Lösung:

Der Steuerpflichtige kann von den Aufwendungen i.H.v. 900 € für seine private Krankenversicherung einen Betrag i.H.v. 860,67 € steuerlich absetzen. 4,37 Prozent des von ihm geleisteten Beitrags sind steuerlich nicht absetzbar.

 

Sie finden HIER das vollständige Dokument der Verordnung.