Mit ‘PKV’ getaggte Artikel

23.
Dez '10

3-Jahresfrist fällt zum 01.01.2011 weg

Abgelegt unter Gesetzliche Krankenversicherung, Private Krankenversicherung |

Die „3-Jahres-Wechselsperre“, die bisher den Wechsel von der gesetzlichen Krankenkasse in die Private Krankenversicherung verhinderte, entfällt. Das „Gesetz zur nachhaltigen und sozial ausgewogenen Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung“ (GKV-FinG) sieht vor allem für Angestellte Erleichterungen vor.

Der Wegfall der „3-Jahres-Wechselsperre“ tritt zum 1.1.2011 in Kraft. Damit werden
zum 1.1.2011 alle Arbeitnehmer versicherungsfrei, deren Gehalt die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) von derzeit 49.950 EUR jährl. (4.162,50 EUR mtl.) im Jahr 2010 überschritten hat (2011 voraussichtlich 49.500 EUR jährl./4.125 EUR mtl).

 

Die Neuregelung betrifft vor allem folgende Personen:

 

Arbeitnehmer (GKV-versichert)

 

mit Bezügen über der JAEG (aber noch keine 3 Jahre überschritten)

mit Bezügen über der JAEG nach Gehaltserhöhung oder nach Arbeitgeberwechsel

bisher im Ausland tätig, mit Bezügen über der JAEG

 

Selbstständige (GKV-versichert)

 

Aufnahme einer Arbeitnehmertätigkeit mit Bezügen über der JAEG

 

Berufseinsteiger

 

mit Bezügen über der JAEG

 

Dazu heißt es auf der Info-Seite des Bundesgesundheitsministeriums:

 

Die Voraussetzungen für einen Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung (PKV) wurden verändert. Jetzt kann jeder gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer, dessen Monatseinkommen (anteilig erzielte Jahresarbeitsentgelte werden hochgerechnet) im Kalenderjahr die allgemeine Versicherungspflichtgrenze von 49.500 Euro überschreitet, als freiwilliges Mitglied in der GKV bleiben oder in die PKV wechseln. Da diese Regelung bereits zum 31.12.2010 in Kraft tritt, kann ein Wechsel zur PKV auch schon ab dem 01.01.2011 erfolgen, wenn das anteilige Arbeitsentgelt des Arbeitnehmers die Versicherungspflichtgrenze im Jahr 2010 überschritten hat und auch im Jahr 2011 überschreiten wird. Berufsanfänger und Personen, die erstmals eine Beschäftigung in Deutschland aufnehmen, können einmalig zwischen GKV und PKV wählen, sofern ihr Arbeitsentgelt oberhalb dieser Grenze liegt. Darüber hinaus können bisher privat Versicherte in der PKV bleiben, die nach der Eltern- oder Pflegezeit eine Teilzeitbeschäftigung aufnehmen und ein Einkommen unterhalb der Versicherungspflicht beziehen. Dabei muss die Arbeitszeit mindestens um die Hälfte reduziert sein. Ein Antrag auf Befreiung von der Versicherungspflicht ist innerhalb von drei Monaten bei der Krankenkasse zu stellen, an die die Sozialversicherungsbeiträge abgeführt werden.

 

27.
Okt '10

Gesetzesänderung zum 3-Jahres-Moratorium

Abgelegt unter Allgemein, Gesetzliche Krankenversicherung, Private Krankenversicherung |

 Liebe Leser,

nachdem der Wechsel von der GKV in die PKV durch die 3jährige Wechselfrist erschwert worden war, ist ab dem 01.01.2011 die Rückkehr zur „alten Regelung“ so gut wie sicher

 

Über die Abschaffung der Dreijahresregelung wird am 12. November entschieden – so informiert das Bundesministerium für Gesundheit. Nach der 2. und 3. Lesung wird an diesem Tag die Abstimmung im Bundestag erfolgen.

 

Im entsprechenden Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Änderung des SGB 5 (Drucksache 581/10) findet sich folgende Formulierung:

 

2. § 6 wird wie folgt geändert: 

a) In Absatz 1 Nummer 1 werden die Wörter „und in drei aufeinander folgenden Kalenderjahren überstiegen hat“ gestrichen.

b) Absatz 4 wird wie folgt geändert:

aa) Satz 1 wird wie folgt gefasst: „Wird die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschritten, endet die Versicherungspflicht mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem sie überschritten wird.“

bb) Die Sätze 4 bis 6 werden aufgehoben.

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) beträgt für 2010: 49.950.- €, sie sinkt für das Jahr 2011 auf 49.500.- €. Gleichzeitig steigt der Beitragssatz der GKV auf 15,5%.

 

Wenn Sie vor der Entscheidung stehen, in die PKV zu wechseln, sollten Sie dies auf keinen Fall überstürzt tun. Die Leistungsunterschiede der Anbieter sind enorm. Lassen Sie sich nicht von bunten Werbeprospekten oder den jetzt überall auftauchenden Pop-Ups „ködern“, die Ihnen eine „PKV für 59.- €“ versprechen. Bedenken Sie, dass Ihre Krankenversicherung Sie möglicher Weise lebenslang begleiten wird und eine falsche Entscheidung oft gar nicht oder nur mit Nachteilen verändert werden kann.

 

Wenn Sie nach der neuen Regelung wechseln können, ist dies auch im laufenden Jahr 2011 möglich. Sie müssen dann lediglich die normalen Kündigungsfristen für freiwillige Mitglieder einhalten. Diese betragen 3 Monate (laufender Monat plus 2 Monate) zum Monatsende. Lassen Sie sich also nicht unter Druck zu einer unüberlegten Entscheidung hinreißen.

 

Generell kann man sagen:

– Billig-PKV ist immer lückenhaft. Sie verschlechtern sich meist gegenüber der GKV in vielen Bereichen.

– Preis ist kein Kriterium für den passenden Schutz

 

In vielen Tarifen bestehen bei wichtigen Details Lücken und Begrenzungen der Leistungen. Wenn man weiß, wo diese Schwachpunkte liegen und sie bewusst und sehenden Auges wählt, kann das O.K. sein.

 

Die meisten Interessenten kennen die Details aber gar nicht und kaufen so „die Katze im Sack“.

 

Welche Kriterien Sie bei der Auswahl Ihrer PKV berücksichtigen sollten lesen Sie im Bereich „Links und Downloads“

.

 

24.
Sep '09

Hilfsmittel-„Garantie“ der Gothaer Krankenversicherung

Abgelegt unter Allgemein, Private Krankenversicherung |

Liebe Leser,

unter der Überschrift: „Optimieren Sie Ihre Beratungshaftung“ wirbt die Gothaer bei Vermittlern mit einer angeblichen „Hilfsmittelgarantie“. HIER finden Sie das Schriftstück.

Ein fachlich geschätzter Kollege (Sven Hennig, S.H.C. GmbH) wollte es genau wissen und hat die Gothaer schriftlich darum gebeten, dass die dortigen Aussagen in der Police einer Kundin aufgenommen werden, damit diese einen Rechtsanspruch darauf hat. 

Dazu ist die Gothaer jedoch nicht bereit! Auf die schriftliche Anfrage kam aus der Fachabteilung die Antwort, dass

(ZITAT Gothaer) : „… die … übermittelten Informationen über zusätzliche Hilfsmittel, die unter bestimmten Voraussetzungen erstattet werden können, nicht in einer Police dokumentiert werden können. Die vertraglich versicherten Hilfsmittel sind in … Teil II, Tarifbedingungen … abschließend aufgezählt. Für darüber hinausgehende weitere Hilfsmittel besteht grundsätzlich kein Anspruch aus dem Vertrag.“ (ZITAT ENDE). Das vollständige Schreiben finden Sie HIER.

Diese Antwort empfinde ich als sehr erstaunlich und zwar sowohl in Bezug auf die Maklerhaftung als auch in Bezug auf Leistungsversprechen den Kunden gegenüber.

Da schreibt ein Versicherer Vermittlern, es gäbe zur „Optimierung seiner Haftung“ eine Hilfsmittel-Garantie und nimmt diese dann auf konkretes Nachfragen sofort wieder zurück. Was soll man da als Vermittler und besonders auch als Interessent oder Kunde noch glauben?

Möglicherweise könnte ein Kunde im Falle eines Streites mit der Gothaer versuchen, über das Argument „Prospekt-Haftung“ an seine angeblich „garantierten“ Leistungen zu kommen. Allerdings benötigt man (teure) Hilfsmittel zum Beispiel nach einem schweren Unfall oder bei einer schweren Erkrankung. Wer hat dann den Nerv für einen vielleicht langwierigen Rechtsstreit?

Solche Aussagen bestärken mich darin, die Empfehlung für oder gegen eine Krankenversicherung nur auf die in den Vertragsbedingungen rechtverbindlich festgelegten Leistungen zu stützen.

Denn der BGH hat zum Thema „Hilfsmittel“ eindeutig festgelegt, dass eine „abschließende Aufzählung“ gültig ist und ein Kunde darüber hinaus keinen Anspruch auf Erstattung hat. Dies gilt auch, wenn das benötigte Hilfsmittel „medizinisch notwendig“ ist. Hier finden Sie den LINK zum Urteil.

Man kann es nicht oft genug wiederholen: Verlassen Sie sich nur auf die rechtssicheren Aussagen Ihrer Tarifbedingungen. Sie haben keinen Anspruch auf  Leistungen, die dort nicht aufgeführt sind!

13.
Aug '09

Versicherungspflichtgrenze – welche Entgeltarten zählen dazu

Abgelegt unter Allgemein, Gesetzliche Krankenversicherung, Private Krankenversicherung |

Liebe Leser,

bevor man als Arbeitnehmer(in) freiwilliges Mitglied seiner gestzlichen Krankenkasse wird (und damit die Wahl hat, sich privat zu versichern), muss das Brutto-Einkommen bekanntlich 3 aufeinanderfolgende Jahre über der „Versicherungspflicht-Grenze“ (oder korrekter: Jahresarbeitsentgeltgrenze – JAEG) liegen. Außerdem muss auch die Grenze des nächsten (vierten) Jahres voraussichtlich überschritten werden. ERGÄNZUNG: Diese Regelung ist inzwischen wieder abgeschafft worden (siehe LINK oben).

Welche Gehaltsbestandteile dabei mit gerechnet werden dürfen und welche nicht, sehen Sie hier:

Hinzugerechnet werden:

Arbeitsentgelt

Sonderzahlungen wie Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld

Vermögenswirksame Leistungen des Arbeitgebers (nicht die Arbeitnehmersparzulage)

Sachbezüge, z.B. Dienstwagen

Gewinnbeteiligung (wenn sie „hinreichend sicher regelmäßig“ gezahlt wird)

Bereitschaftsdienstvergütung

Erschwerniszulage

Schicht-, Schmutzzulage (nur ständige Zahlungen)

Pauschale Überstundenvergütung

Nicht hinzugerechnet werden:

Familienzuschläge, z.B. auch Kindergeld

Gewinnbeteiligung (wenn sie nicht „hinreichend sicher regelmäßig“ gezahlt wird)

Fahrtkostenerstattungen

Überstundenvergütung / – zulagen

Beiträge, die über eine Entgeltumwandlung z.B. in eine Direktversicherung oder Pensionskasse eingezahlt werden

Jubiläumszuwendung

Achtung bei Direktversicherungen / Pensionskassen mit Gehaltsumwandlung!

Weil eine Entgeltumwandlung das für die Ermittlung der Versicherungspflicht maßgebliche Einkommen senkt, kann es passieren, dass ein PKV-Versicherter durch eine Direktversicherung wieder pflichtversichert wird und zurück in die gesetzliche Krankenkasse muss!

Achten Sie unbedingt darauf und berücksichtigen Sie dies bei Ihrer Entscheidung für oder gegen eine Gehaltsumwandlung!

LINK zum SGB V § 6

11.
Aug '09

Hilfsmittel Deutscher Ring

Abgelegt unter Private Krankenversicherung |

Liebe Leser,

der Deutsche Ring Krankenversicherungsverein a.G. gehört zu den Versicherern mit teilweise überdurchschnittlichem Bedingungswerk.

Allerdings: Je nach Tarif wird für einige Hilfsmittel nur nach vorheriger Zustimmung geleistet. Diese „Kann-Regelung“ führt nach unserem Dafürhalten zu einer Abwertung, da für Sie als Kunden nur rechtssichere Formulierungen in den Versicherungsbedingungen maßgeblich sein sollten.

Positiv: Der Deutsche Ring hat die Frage, wie diese Regelung zu verstehen ist, in einer Vorstandsinformation an Vertriebspartner klargestellt. Diese Vorgehensweise ist zwar nicht mit einer Bedingungsänderung zu vergleichen, bringt jedoch ebenfalls einen gewünschten Effekt.

Eine Anpassung der Bedingungen soll folgen. Dies ist naturgemäß aufwändiger, da Genehmigungsverfahren durchlaufen werden müssen.

Wir werden Sie dazu auf dem Laufenden halten.

10.
Aug '09

Welcher Selbstbehalt in der PKV ist „richtig“?

Abgelegt unter Allgemein, Private Krankenversicherung |

Liebe Leser,

Häufig gestellte Frage: Soll ich einen Tarif mit oder ohne Selbstbehalt abschließen – und wenn ja: in welcher Höhe?

Bei einem Selbstbehalt (SB) sollten Sie folgende Punkte beachten:

1. SB – Für welche Leistungen?

SB kann je nach Anbieter und Tarif für verschiedene Bereiche der PKV gelten zum Beispiel

– nur für ambulante Behandlungen

– für ambulante und stationäre Behandlungen

– für ambulante und Zahnleistungen

– für alle Bereiche (ambulant, stationär, Zahn)  

2. SB – In welcher Höhe?

SB gibt es zwischen 0.- € bis zum gesetzlich zugelassenen Maximum (siehe § 193 (3) VVG) von 5.000.- € p.a in nahezu allen möglichen Höhen. Sie gilt in der Regel pro Jahr – nicht pro Fall. Im PKV-Markt kommen z.Zt. drei Arten des Selbstbehaltes vor:

absoluter SB (die ersten XX.-€ pro Jahr zahlen Sie),

prozentualer SB mit maximierter Obergrenze (Sie zahlen XX % einer Rechnung, maximal jedoch Betrag XX.- € pro Jahr)

leistungsdynamischer SB (pro Behandlung, pro Arzneimittel etc. fällt eine feste SB von XX.- € an, maximal 5.000.- € pro Jahr).

Übersteigen die Rechnungen die SB, erstattet der Versicherer den darüber hinaus gehenden Betrag bedingungsgemäß.  Achtung: Wenn eine hohe SB gewählt wird („Großschaden-Tarif“) sollte unbedingt bedacht werden, dass bei Behandlungen, die sich über den Jahreswechsel hinziehen die SB zweimal zu Buche schlägt.

3. WICHTIG – Exkurs: Achtung Eigenbeteiligung! – WICHTIG

Der Selbstbehalt ist zu unterscheiden von Eigenbeteiligungen. Eigenbeteiligungen gibt es bei vielen Tarifen beispielsweise als prozentuale Beträge (z.B. für Zahnersatz,  Heil- und Hilfsmittel, Psychotherapie) oder als Höchstbeträge für Erstattungen, die in Preisverzeichnissen festgelegt sind (z.B. für zahnärztliche Leistungen, Heilmittel) . Auch absolute Summenbegrenzungen für bestimmte Leistungen kommen im Markt vor (z.B. maximale Erstattung von 620.- € für Krankenfahrstühle). Ebenso findet man Beschränkungen auf Leistungen für „einfache Ausführung“ (z.B. im Bereich Hilfsmittel) oder auf eine maximale Sitzungsanzahl (z.B. bei Psychotherapie) – bis hin zum vollständigen Leistungsausschluss bestimmter Bereiche.

Diese Eigenbeteiligungen fallen nicht unter die Höchstgrenzen des  § 193 (3) VVG, sind deshalb nicht auf 5.000.- € pro Jahr begrenzt. Sie werden bei oberflächlicher Betrachtung (ohne Blick in die Tarifbedingungen) nicht erkannt. Deshalb werden sie (mit Recht) „versteckt“ genannt und sollten deshalb durch eine genaue Beratung über die Details der vertraglichen Leistungen Beachtung finden.

4. SB – Auswirkung auf den Beitrag.

SB senkt den Beitrag, da der Versicherer ein geringeres Risiko trägt. Die Auswirkungen sind für Angestellte anders als für Selbständige.

Zunächst die Betrachtung für Angestellte (Einzelperson):

– So kostet zum Beispiel ein „TOP-Tarif“ ohne SB 520.- € pro Monat . Bei Angestellten trägt der Arbeitgeber (AG) hiervon 50%, im Beispiel 250.- € für die KV und 10.- € für die Pflegeversicherung, gesamt also 260.- €, der Versicherte zahlt die andere Hälfte.- Der gesetzlich festgelegte maximale AG-Zuschuss für die KV beträgt im Jahr 2010  262,50 € – für 2011 sind es maximal 271,01 €. Der Gesamtbeitrag ist also in diesem Beispiel unter dem maximal zuschussfähigen.

– Wird im gleichen Tarif ein SB vereinbart (als Beispiel 1.920.- € SB p.a. – hier für ALLE Bereiche), so beträgt der Beitrag 350.-  €, AG-Zuschuss 175.- €, der Versicherte zahlt die andere Hälfte, hätte also zunächst ca. 85 € monatlich gespart. Falls jedoch Behandlungen / Kosten anfallen, so lägen die Kosten für „Worst Case“ bei monatlich 335.- €,  = SB umgelegt auf den Monatsbeitrag ( = 175.- € + 1.920.- € /12).- Somit  ist die Entscheidung über die „richtige“ SB auch ein Rechenspiel. Die Beitragsersparnis „teilt“ man mit dem AG, die SB zahlt man in der Regel voll selbst. Seltene Ausnahme: Es wird eine Vereinbarung mit dem AG getroffen, dass dieser die SB ebenfalls bezuschusst (nicht ganz unproblematisch).

Etwas anderes gilt, wenn der KV-Beitrag über dem zuschussfähigen Höchstsatz liegt. Dann würde dem Versicherten eine Beitragsersparnis zu 100% zu Gute kommen – so zum Beispiel bei der Versicherung mehrerer Personen.

Hier ein Beispiel für einen Angestellten (Erwachsenen und ein Kind):

– Ein „TOP-Tarif“ für beide Personen ohne SB kostet 720.- pro Monat. Der Arbeitgeber übernimmt von der KV 271,01 € (max. für 2011) und 12,50 € für die Pflegeversicherung, insgesamt also ca. 283.- € – es verbleibt also ein Eigenbeitrag von ca.  437.- € monatlich.

– Wird im gleichen Tarif eine Selbstbeteiligung vereinbart (als Beispiel 960.- € p.a. für den Vater, 480.- € p.a. für das Kind – hier für ALLE Bereiche), so beträgt der Beitrag (Summe für beide) 570.- €. Der AG-Zuschuss beträgt ca. 283.- €, der Versicherte zahlt also monatlich 287.- €. Gegenüber der Variante ohne SB spart der Versicherte also zunächst 150.- € Eigenbeitrag monatlich. Falls jedoch Behandlungen / Kosten anfallen, so lägen die Kosten für „Worst Case“ bei monatlich 407.- €,  = SB umgelegt auf den Monatsbeitrag ( = 287.- € + 1.440.- € /12). Es kann also in diesem Beispiel sinnvoll sein, eine Selbstbeteiligung zu vereinbaren – auch wenn diese vielleicht „hoch“ erscheinen mag. Man darf nur nicht dem Trugschluss aufsitzen, man sei nun für 287.- € monatlich versichert! Bitte beachten Sie hierzu auch unbedingt Ziff 6., 7. und 8.

Die Auswirkungen für Selbständige (Einzelperson):

Für eine(n) Selbständige(n) ist meist eine SB günstiger, da sie/er keinen AG-Zuschuss erhält.  Im Beispiel würde sie/er mit dem SB-Tarif pro Jahr 2.040.- €  Beitragsersparnis haben (520.- €  minus  350.- € = 170.- €  Ersparnis pro Monat x 12 = 2.040.- € pro Jahr). Das SB-Risiko beträgt 1.920.- €. Also wäre selbst der „Worst Case“ günstiger als ein Tarif ohne SB. Wenn in einem Jahr wenige oder keine Kosten entstanden sind, ist die Ersparnis noch höher. (alle Beträge gerundet) Bitte beachten Sie hierzu auch unbedingt Ziff 6., 7. und 8.

5. SB – Änderung möglich?

Zu berücksichtigen ist auch noch, ob in dem gewählten Tarif eine Wechseloption in einen anderen Tarif mit ggf. niedrigerer SB vertraglich zugesichert und wie diese formuliert ist. Solche Optionen bieten inzwischen einige Versicherer, und zwar nicht nur in sogenannten „Einsteiger-Tarifen“. Falls eine Wechseloption gegeben ist, könnte man zum Beispiel in Erwägung ziehen, zunächst in jungen (gesunden) Jahren einen Tarif mit (höherer) SB zu wählen, um später zu wechseln. Dabei müssen allerdings die vertraglich festgelegten Spielregeln für den Wechsel beachtet werden.

6. SB – Auswirkungen auf die Beitragsentwicklung.

Es ist möglich (aber nicht vorhersehbar), dass die Beitragsentwicklung bei Tarifen mit beziehungsweise ohne SB unterschiedlich ausfallen. Außerdem werden in einem günstigeren Tarif (mit SB) in der Regel geringere Alterungsrückstellungen gebildet. Der Beitrag im Alter könnte deshalb höher sein, als zum Beispiel bei einer durchgängigen Mitgliedschaft in einem Tarif mit geringerer SB und höherem Beitrag. Auch die Tatsache, wie ein Versicherer die Versichertenkollektive gestaltet, kann Auswirkungen auf die Beitragsentwicklung haben.

7. SB – Auswirkung auf Beitragsrückerstattung?

Ein weiterer Aspekt ist die möglicherweise unterschiedliche Beitragsrückerstattung (BRE) in Tarifen mit verschiedener Beitragshöhe. BRE gibt es bei vielen Tarifen für den Fall, dass keine Leistungen in Anspruch genommen werden. In der Regel richtet sich die BRE nach der Höhe des Beitrages (außer bei Tarifen mit fester garantierter Pauschalleistung) und ist deshalb bei Tarifen mit SB niedriger. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit höher, eine BRE zu erhalten, da ein Teil der Kosten wegen der SB ohnehin selbst getragen werden muss und der Versicherer deshalb nicht in Anspruch genommen wird.

8. SB – Auswirkungen auf die steuerliche Absetzbarkeit.

Durch das „Bürgerentlastungsgesetz“ ist der Beitrag für die Krankenversicherung ohne Obergrenze absetzbar – bei der PKV allerdings nur der Anteil, der den Leistungen der GKV entspricht. Da der Beitrag für einen Tarif mit SB geringer ist, ist auch die mögliche Steuerersparnis geringer. Der Steuer-Aspekt sollte also berechnet und berücksichtigt werden. Auch die BRE reduziert die Steuerersparnis.

9. SB – „Bequemlichkeit“.

Last but not least ist es noch eine Frage der individuellen Einschätzung, ob man es „einfach“ haben will und „alles einreichen“ kann oder ob man Jahr für Jahr rechnen will, bis zu welchem Rechnungsbetrag es sich „lohnt“, Rechnungen aus der eigenen Tasche zu bezahlen.

09.
Aug '09

3-Jahres-Moratorium in der PKV

Abgelegt unter Allgemein, Gesetzliche Krankenversicherung, Private Krankenversicherung |

Liebe Leser,

es herrschen immer wieder Unklarheiten darüber, wie in speziellen Fällen die 3jährige „Wartefrist“ beim Übertritt in die PKV ermittelt wird. Sie finden anbei den LINK zu der Dokumentation der GKV-Spitzenverbände, in dem die meisten Spezialfälle behandelt werden.

Update: Wie der Stand der geplanten Gesetzesänderung ist lesen Sie HIER

30.
Jul '09

Höhere Steuervorteile für Krankenversicherung

Abgelegt unter gesetzliche Rentenversicherung, Private Krankenversicherung |

Liebe Leser,

die Beiträge zur gesetzlichen und privaten Krankenversicherung sind ab 2010 mit höheren Beträgen steuerlich absetzbar. Die entsprechende Verordnung ist etwas „schwer verdaulich“. Sie finden HIER eine übersichtliche Darstellung der Vorteile.

26.
Jul '09

Testen Sie Ihre statistische Lebenserwartung

Abgelegt unter Altersvorsorge, Gesetzliche Krankenversicherung, Private Krankenversicherung |

Ja natürlich – die Statistik sagt über die individuellen Verhälnisse gar nichts aus. Trotzdem ist der Test ganz interessant – auch in Bezug auf die Planung der Kranken- und Altersvorsorge. 

Was macht man bloß, wenn man wirklich so alt wird, wie die Statistik errechnet ;-).

Hier der LINK  zum Test

17.
Jul '09

Krankenversicherungsbeitrags Anteil-Ermittlungsverordnung

Abgelegt unter Gesetzliche Krankenversicherung, Private Krankenversicherung |

Dieses dem bürokratischen Aufwand angessene Wortungetüm bringt sowohl gesetzlich- als auch Privatversicherten Steuervorteile.

Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sind ab 01.01.2010 als Sonderausgaben geltend zu machen. Es gibt keine Höchstgrenzen, jedoch werden Anteile, die keiner „Basis-Versorgung“ im Sinne der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen, beim Sonderausgabenabzug nicht berücksichtigt. Hierfür werden Basis-Versorgung und Wahlleitungen nach einem Puktsystem bewertet und je nach Tarif ein Abzug berechnet.

Hier ein Beispiel

Der Steuerpflichtige zahlt für den versicherten Tarif einen Beitrag in Höhe von 900 €. Der Tarif umfasst folgende Leistungen:

 

         zahnärztliche Basisleistung (9,88 Punkte)

         ambulante Basisleistungen (54,60 Punkte)

         stationäre Basisleistungen (15,11 Punkte)

         Einbettzimmer (3,64 Punkte)

 

Zur Ermittlung des nicht abziehbaren Beitragsanteils sind die folgenden Rechenschritte durchzuführen:

 

1. Punktsumme nicht abziehbarer Leistungen 3,64 Punkte

2. Punktsumme sämtlicher im Tarif abgesicherter Leistungen 83,23 Punkte

3. Verhältnisses/Rundung auf die vierte Nachkommastelle 3,64 / 83,23 = 0,0437

4. Anwendung des Faktors auf den geleisteten Beitrag 0,0437 x 900 € = 39,33 €

 

Lösung:

Der Steuerpflichtige kann von den Aufwendungen i.H.v. 900 € für seine private Krankenversicherung einen Betrag i.H.v. 860,67 € steuerlich absetzen. 4,37 Prozent des von ihm geleisteten Beitrags sind steuerlich nicht absetzbar.

 

Sie finden HIER das vollständige Dokument der Verordnung.