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23.
Dez '10

3-Jahresfrist fällt zum 01.01.2011 weg

Abgelegt unter Gesetzliche Krankenversicherung, Private Krankenversicherung |

Die „3-Jahres-Wechselsperre“, die bisher den Wechsel von der gesetzlichen Krankenkasse in die Private Krankenversicherung verhinderte, entfällt. Das „Gesetz zur nachhaltigen und sozial ausgewogenen Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung“ (GKV-FinG) sieht vor allem für Angestellte Erleichterungen vor.

Der Wegfall der „3-Jahres-Wechselsperre“ tritt zum 1.1.2011 in Kraft. Damit werden
zum 1.1.2011 alle Arbeitnehmer versicherungsfrei, deren Gehalt die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) von derzeit 49.950 EUR jährl. (4.162,50 EUR mtl.) im Jahr 2010 überschritten hat (2011 voraussichtlich 49.500 EUR jährl./4.125 EUR mtl).

 

Die Neuregelung betrifft vor allem folgende Personen:

 

Arbeitnehmer (GKV-versichert)

 

mit Bezügen über der JAEG (aber noch keine 3 Jahre überschritten)

mit Bezügen über der JAEG nach Gehaltserhöhung oder nach Arbeitgeberwechsel

bisher im Ausland tätig, mit Bezügen über der JAEG

 

Selbstständige (GKV-versichert)

 

Aufnahme einer Arbeitnehmertätigkeit mit Bezügen über der JAEG

 

Berufseinsteiger

 

mit Bezügen über der JAEG

 

Dazu heißt es auf der Info-Seite des Bundesgesundheitsministeriums:

 

Die Voraussetzungen für einen Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung (PKV) wurden verändert. Jetzt kann jeder gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer, dessen Monatseinkommen (anteilig erzielte Jahresarbeitsentgelte werden hochgerechnet) im Kalenderjahr die allgemeine Versicherungspflichtgrenze von 49.500 Euro überschreitet, als freiwilliges Mitglied in der GKV bleiben oder in die PKV wechseln. Da diese Regelung bereits zum 31.12.2010 in Kraft tritt, kann ein Wechsel zur PKV auch schon ab dem 01.01.2011 erfolgen, wenn das anteilige Arbeitsentgelt des Arbeitnehmers die Versicherungspflichtgrenze im Jahr 2010 überschritten hat und auch im Jahr 2011 überschreiten wird. Berufsanfänger und Personen, die erstmals eine Beschäftigung in Deutschland aufnehmen, können einmalig zwischen GKV und PKV wählen, sofern ihr Arbeitsentgelt oberhalb dieser Grenze liegt. Darüber hinaus können bisher privat Versicherte in der PKV bleiben, die nach der Eltern- oder Pflegezeit eine Teilzeitbeschäftigung aufnehmen und ein Einkommen unterhalb der Versicherungspflicht beziehen. Dabei muss die Arbeitszeit mindestens um die Hälfte reduziert sein. Ein Antrag auf Befreiung von der Versicherungspflicht ist innerhalb von drei Monaten bei der Krankenkasse zu stellen, an die die Sozialversicherungsbeiträge abgeführt werden.

 

27.
Okt '10

Gesetzesänderung zum 3-Jahres-Moratorium

Abgelegt unter Allgemein, Gesetzliche Krankenversicherung, Private Krankenversicherung |

 Liebe Leser,

nachdem der Wechsel von der GKV in die PKV durch die 3jährige Wechselfrist erschwert worden war, ist ab dem 01.01.2011 die Rückkehr zur „alten Regelung“ so gut wie sicher

 

Über die Abschaffung der Dreijahresregelung wird am 12. November entschieden – so informiert das Bundesministerium für Gesundheit. Nach der 2. und 3. Lesung wird an diesem Tag die Abstimmung im Bundestag erfolgen.

 

Im entsprechenden Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Änderung des SGB 5 (Drucksache 581/10) findet sich folgende Formulierung:

 

2. § 6 wird wie folgt geändert: 

a) In Absatz 1 Nummer 1 werden die Wörter „und in drei aufeinander folgenden Kalenderjahren überstiegen hat“ gestrichen.

b) Absatz 4 wird wie folgt geändert:

aa) Satz 1 wird wie folgt gefasst: „Wird die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschritten, endet die Versicherungspflicht mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem sie überschritten wird.“

bb) Die Sätze 4 bis 6 werden aufgehoben.

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) beträgt für 2010: 49.950.- €, sie sinkt für das Jahr 2011 auf 49.500.- €. Gleichzeitig steigt der Beitragssatz der GKV auf 15,5%.

 

Wenn Sie vor der Entscheidung stehen, in die PKV zu wechseln, sollten Sie dies auf keinen Fall überstürzt tun. Die Leistungsunterschiede der Anbieter sind enorm. Lassen Sie sich nicht von bunten Werbeprospekten oder den jetzt überall auftauchenden Pop-Ups „ködern“, die Ihnen eine „PKV für 59.- €“ versprechen. Bedenken Sie, dass Ihre Krankenversicherung Sie möglicher Weise lebenslang begleiten wird und eine falsche Entscheidung oft gar nicht oder nur mit Nachteilen verändert werden kann.

 

Wenn Sie nach der neuen Regelung wechseln können, ist dies auch im laufenden Jahr 2011 möglich. Sie müssen dann lediglich die normalen Kündigungsfristen für freiwillige Mitglieder einhalten. Diese betragen 3 Monate (laufender Monat plus 2 Monate) zum Monatsende. Lassen Sie sich also nicht unter Druck zu einer unüberlegten Entscheidung hinreißen.

 

Generell kann man sagen:

– Billig-PKV ist immer lückenhaft. Sie verschlechtern sich meist gegenüber der GKV in vielen Bereichen.

– Preis ist kein Kriterium für den passenden Schutz

 

In vielen Tarifen bestehen bei wichtigen Details Lücken und Begrenzungen der Leistungen. Wenn man weiß, wo diese Schwachpunkte liegen und sie bewusst und sehenden Auges wählt, kann das O.K. sein.

 

Die meisten Interessenten kennen die Details aber gar nicht und kaufen so „die Katze im Sack“.

 

Welche Kriterien Sie bei der Auswahl Ihrer PKV berücksichtigen sollten lesen Sie im Bereich „Links und Downloads“

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