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Ruhestandsplanung

Ab welchem Alter möchten Sie welchen Betrag Verfügung haben?

... und zwar netto - nach Steuern und Sozialabgaben

... und real - nach Kaufkraftverlust durch Inflation

Diesen Wert zu berechnen ist eigentlich nicht kompliziert - aber komplex.

Zinseszins-Rechnung hatten Sie in Mathe Klasse 8. Aber, Hand aufs Herz: Können Sie aus dem Stand mit einem normalen Taschenrechner den Kapital-Endwert von 100.000 EUR in 30 Jahren bei 5% jährlicher Rendite berechnen?

Erschwerend hinzu kommt: Die Gesamt-Rechnung für den Ruhestand wird besonders unübersichtlich, weil auf die unterschiedlichen Anlageformen unterschiedliche Steuerabzüge und Sozialabgaben fällig werden. Außerdem sind verschiedene Fördermöglichkeiten und schwankende Erträge zu berücksichtigen.

Eines ist sicher:

Ein ausreichendes Einkommen ist ohne Eigenvorsorge nicht mehr zu erreichen.

Hier kommen wir ins Spiel: Als erstes sollten Sie Ihr (Finanz-) Ziel für den Ruhestand definieren. Wir berechnen mit finanzmathematischen Methoden, wie dieses Ziel am besten erreicht werden kann. Alle Vermögenswerte und zukünftigen Ansprüche, die schon vorhanden sind, fließen in diese Rechnung ein. Wir berücksichtigen dabei:

  • mögliche Renditen - je nachdem, wie Ihre Einstellung zu Chancen und Risiken ist.
  • Inflation / Kaufkraftverlust (während der "Anspar-Zeit" und in der "Entspar-Zeit")
  • Steuern - jeweils unterschiedlich für gesetzliche Renten, Fonds oder Aktien, betriebliche Altersvorsorge, Rürüp- und Riester-Renten, private Renten- und Lebensversicherungen, Immobilien
  • die statistische Lebenserwartung - wie lange muss Ihr Kapital im Ruhestand reichen (checken Sie gerne selber das Tool "Teste deine Lebenserwartung" - siehe weiter unten).

Diese Variablen sind naturgemäß für die Zukunft nicht bekannt. Deshalb macht es Sinn mit unterschiedlichen Werten eine näherungsweise Berechnung durchzuführen.

Altersvorsorge: Punktlandung oder Blindflug?

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Wer als Arbeitnehmer Anspruch auf gesetzliche Rente hat, rechnet meist damit, dass die Altersrente eher sinken als steigen wird - durch diverse Krisen der jüngeren Vergangenheit, Geburtenrückgang, steigende Lebenserwartung ist das sehr wahrscheinlich.

Gleiches gilt für Freiberufler, die Ansprüche an ihr Versorgungswerk haben.

Selbständige müssen die Einnahmen im Ruhestand ohnehin privat regeln und

Beamte haben zwar einen Anspruch auf Ruhegehalt, dieses kann aber auch durch Ausfallzeiten wie z.B. Elternzeit oder zeitweise / dauerhafte Dienstunfähigkeit geschmälert werden.

Grundlagen der Finanzplanung - 8 Punkte-Basics

Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass mehr als 50% der Deutschen „finanzielle Analphabeten“ sind. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland auf dem vorletzten Platz. Das Ergebnis der fehlenden Finanz-Bildung: Anleger / Sparer erzielen „Renditen“, die nach Abzug von Inflation und Steuern negativ sind – und zwar auch, weil sich die Finanzbranche das Unwissen gezielt zunutze macht. Banker, Finanzberater und Versicherungsvermittler empfehlen oft Produkte mit hohen Verwaltungskosten und Provisionen, die einen guten Anlageerfolg verhindern.

So sollten Sie vorgehen:

1) Arbeitskraft absichern

Das Fundament einer soliden Vermögensplanung stellt Ihre Arbeitskraft dar. Sparen können Sie nur, wenn regelmäßig Geld in Ihren Haushalt fließt. Daher ist es unabdingbar, Ihre Arbeitskraft mit einer Krankentagegeld(zusatz)- und Berufsunfähigkeitsversicherung ausreichend hoch abzusichern. Wenn das aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist, können Sie ggf. auf eine Grundfähigkeiten-Versicherung und eine KT-Versicherung ohne Gesundheitsprüfung ausweichen. Bei der Höhe der Absicherung müssen Sie berücksichtigen, dass auch im Leistungsbezug Sie Beiträge zur Krankenversicherung und Steuern anfallen. Es ist meist zu wenig, nur das Nettoeinkommen abzusichern – außer wenn Einkünfte fließen, die nicht von Ihrer Arbeitskraft abhängen, z.B. Mieteinnahmen.

Existenziell wichtig ist außerdem die Absicherung gegen Haftungsrisiken mit einer privaten Haftpflichtversicherung.

Familien sollten sich gegen den Todesfall mit einer günstigen Risiko-Lebensversicherung absichern, besonders wenn Kinder vorhanden sind.

2) Rücklagen bilden

Die nächste Priorität stellt eine eiserne Bar-Reserve dar. Diese sollte mindestens etwa das dreifache Ihrer Monatsausgaben betragen, auf die Sie jedoch nur im Notfall zurückgreifen. Hier bietet sich ein einfaches Tages- oder Festgeldkonto an. Deren Renditen liegen zwar unter Berücksichtigung von Inflation derzeit unter Null – es wird also Kaufkraft vernichtet. Aber Sie machen sich unabhängig von Dispo & Co, für den die Banken meist Zinsen über 10% verlangen. Im Notfall müssen Sie nicht Ersparnisse antasten, die für anderes verplant sind. 

3) Ziel und Dauer bestimmen

Wenn Ihre Barreserve aufgebaut ist, entscheiden Sie wofür und wann Sie Geld anlegen möchten. Aus dem Ziel leitet sich die Anlagedauer ab. Während die Anschaffung eines neuen Autos eine kurze Anlagedauer hat, ist die Planung Ihrer Altersvorsorge eine langfristige Angelegenheit. Dies ist entscheidend für die Wahl der Anlageklassen.

4) Anlageklassen festlegen

Für kurzfristige Anlageziele bleibt nur der Geldmarkt, also das Tages- oder Festgeldkonto. Für langfristige Anlageziele sollten Sie auf Investmentfonds mit Aktien und festverzinslichen Wertpapieren setzen, um Renditen oberhalb des Tagesgeldniveaus erzielen zu können. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, bei Gehaltssteigerungen 50% davon langfristig anzulegen. Für die Wahl der Risikoklassen gilt: je länger die Laufzeit, desto höher kann die Aktienquote sein. 

Am einfachsten ist dies ist mit börsengehandelten, „passiven“ (oder besser: „prognosefreien“) Investmentfonds zu erreichen, zum Beispiel mit ETFs oder Dimensional Fonds.

Fonds mit aktivem Management sind weniger empfehlenswert. In zahlreichen wissenschaftlichen Studien wurde nachgewiesen, dass diese langfristig meist keine befriedigenden Renditen erzielen. Für die Fondsmanager werden hohe Kosten abgezogen und deshalb in der Regel schlechtere Ergebnisse erzielt als im Referenz-Index, den der Manager vorgibt, durch sein „Spezialwissen“ schlagen zu können. Niemand hat einen Informationsvorsprung gegenüber dem Markt. Es gibt kein "Geheimwissen" - und wenn es das gäbe, wäre es sinnlos, weil die Information in Sekundenbruchteilen für jeden verfügbar wäre - und die Märkte entsprechend reagieren würden.

Genauso falsch ist es, in einzelne Aktien zu investieren. Als Negativbeispiel kann die Entwicklung der angeblichen „Volksaktie“ der Telekom dienen. Wer Ende der 90er Jahre oder gar im März 2000 (ausschließlich) die T-Aktie erworben hat,  muss bis heute große Verluste hinnehmen. Wer zu diesem Zeitpunkt für 10.000.- € T-Aktien kaufte, hat heute einen Gegenwert von etwa 1.500.- € im Portfolio – ein Verlust von ca. 85%.

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KLICK zum Vergrößern

Für viele Deutsche sind der Hype der euphorischen Fernsehwerbung und der folgende Absturz der T-Aktie noch so präsent, dass Aktiensparen als hochriskantes Roulette-Spiel gilt. Das stimmt so nicht. Eine wichtige Grundregel beim Aktiensparen lautet: „Lege nicht alle Eier in einen Korb!“. Möglichst breite Streuung ist Grundvoraussetzung.

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KLICK zum Vergrößern - Gerd Kommer

Wie groß der Renditeunterschied bei breiterer Streuung in den Jahren 2002 bis 2016 war, lässt sich an der zweiten Grafik ablesen. Sie stellt die Werte für unterschiedlich starke Streuung:

Linke Spalte: Investition in lediglich in drei deutsche Großunternehmen oder mittlere Spalte: in den DAX-Index (30 Aktien) oder rechte Spalte: in den MSCI ACWI IMI-Index mit weltweit ca. 8.600 Aktien.

Aus 10.000 € wären in 16 Jahren bei einer durchschnittlichen Rendite von ...

... (Linke Spalte): 1,8% p.a. ca. 12.300 € geworden. (in der rechten Spalte): 5,8% p.a. wäre das Endkapital ca. 24.650 € (jeweils vor Steuern).

5) Risikoprofil ermitteln

Wenn Sie errechnet haben, wieviel Geld Sie monatlich für Ihre langfristigen Ziele außerhalb Ihrer „Eisernen Reserve“ investieren sollten (bzw. können), ist es wichtig zu überdenken, wie Ihr „Risikoprofil“ aussieht. Risiko heißt dabei keineswegs, dass Sie mit hochspekulativen, für den Laien oft undurchsichtigen Instrumenten abseits von Investmentfonds hantieren sollen.

Im Risikoprofil wird ermittelt, in welchem Verhältnis stärker schwankende Aktienfonds mit höheren Renditechancen zu weniger stark schwankende Anleihefonds mit geringerer Renditechance stehen sollen. Wer zum Beispiel vor 2019 / 2020 vor der Corona-Krise zu 100% in Aktien investiert war, erfuhr einen zwischenzeitlichen Einbruch von durchschnittlich 50%. Diese (Papier-) Verluste wurden jedoch in der Folgezeit wieder ausgeglichen.

Ein gut gemischtes Anlageportfolio ist inzwischen wieder in der Gewinnzone. Verwechseln Sie also nicht kurzfristige Schwankungen mit langfristigen Verlusten. 

In der Wirtschaftsgeschichte der letzten 100 Jahre gab es viele Abstürze und Einbrüche – jedoch weit mehr Aufschwünge!

Beispiel für Marktschwankungen – Kursentwicklung des DAX (Dez 1970 bis Juli 2022):

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Der DAX stellt die Entwicklung der 30 größten deutschen Aktiengesellschaften dar (Stand 2022: 40 AGs). Eine Streuung auf 40 Aktien birgt weniger Risiko als die Investition in eine einzelne Aktie. Besser ist eine noch breitere Streuung: Indexfonds oder Dimensional Fonds anderer Märkte investieren in weit über 1.000, teilweise über 15.000 einzelne Aktiengesellschaften.

6) Anlagestrategie erstellen

Tagesgeld bringt keine Rendite. Sie brauchen Investmentfonds – die Frage ist nur, wie Sie verschiedene Anlageklassen entsprechend Ihrer Risikobereitschaft gewichten. Ein ausgewogenes Portfolio könnte zum Beispiel einen Anteil von 50% in Aktienfonds und 50% in festverzinsliche Wertpapiere enthalten. Je nach längerer Anlagedauer kann der Aktienanteil höher angesetzt werden. Die Streuung sollte dabei so breit wie möglich sein, also weltweit in allen Märkten mit einer möglichst hohen Anzahl von Einzelwerten.

7) Anlagemantel / Verwahrungsstelle wählen

Ihre Fonds können Sie entweder in einem Bankdepot oder in einem Versicherungsdepot, einer Fondspolice "aufbewahren". Welche Variante für Sie sinnvoller ist, hängt in erster Linie von der geplanten Anlagedauer ab. Wenn das Ziel ist, langfristig für den Ruhestand zu sparen und am Ende eine lebenslange Rentenzahlung oder eine Kapitalzahlung zu erhalten, sind die Ergebnisse in fast allen Fällen bei Fonds‐Policen besser. Wenn ein kurzfristiger Anlagehorizont unter 12 Jahren geplant ist oder während der Ansparzeit Kapital entnommen werden soll, schneidet ein Fonds‐Sparplan bei einer Depotbank meist besser ab. Die Unterschiede beruhen in erster Linie auf der steuerlichen Behandlung von – notwendigen – Umschichtungen während der Ansparphase sowie der Auszahlungen am Ende der Laufzeit. Grundsätzlich immer gilt: Kosten niedrig halten.

8) Kosten beachten

 „Im Einkauf liegt der Gewinn.“ Kosten sind auch bei Altersvorsoge, Geldanlage und Vermögensaufbau ein entscheidender Faktor, sie sind der „Renditekiller Nummer eins“. Die Kostenquote inklusive aller Nebenkosten sollte max. bei etwa 1,5% im Jahr liegen, egal ob Sie Fonds über ein Bankdepot oder innerhalb eines Versicherungsmantels mit günstigen Verwaltungskosten kaufen. Das Problem: Solche Produkte bekommen Sie in der Regel nicht am Bankschalter oder beim Versicherungsvertreter, weil der Vermittler damit kein Geld verdient. Deren Standard-Produkte fressen im Schnitt 2,5% bis 3,5% pro Jahr durch Kosten auf – durch teure aktiv gemanagte Fonds, teure Versicherungsmäntel und ungünstige steuerliche Gestaltung. Bei 6% Marktrendite kommen dann bei Ihnen nur 3,5% bis 2,5% an.

Das ist abzüglich Inflation und Steuern eine (unter) Nullnummer. Schließen Sie daher keine teuren Verträge ab! Ihre alten Lebens- oder Rentenversicherungen (höchstwahrscheinlich komplett überteuert) sollten Sie überprüfen lassen, damit Sie dem schlechten Geld kein gutes Geld hinterher werfen. Vergleichen Sie die Summe Ihrer Einzahlungen mit dem aktuellen Kontostand.